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Im Theater - Eindrücke unser Mitglieder und Neuigkeiten aus dem Gärtnerplatztheater

Was ist, was war im Gärtnerplatztheater los?

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Auch finden Sie hier Neuigkeiten aus dem Gärtnerplatztheater

Meisterklasse mit KS Brigitte Fassbaender - ein hautnaher Blick hinter die Kulissen

von Peter Breun-Goerke

Am 15. Mai fand im Orchesterprobensaal des Staatstheaters am Gärtnerplatz unter großem Publikumsinteresse die Meisterklasse des Opernstudios mit Kammersängerin Brigitte Fassbaender statt. Der eher intime Orchesterprobensaal war für diesen besonderen Blick hinter die Kulissen bis auf den letzten Platz besetzt.

Der Freundeskreis unterstützt das Opernstudio regelmäßig mit Spenden und fördert damit diese wichtige Nachwuchsarbeit am Gärtnerplatztheater.

Staatsintendant Josef E. Köpplinger begrüßte die Zuschauerinnen und Zuschauer und bedankte sich bei KS Brigitte Fassbaender für ihre Unterstützung bei der Ausbildung der jungen Künstlerinnen und Künstler sowie für die jahrelange vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Staatstheater am Gärtnerplatz.

Brigitte Fassbaender wurde in Berlin geboren und debütierte im Alter von 21 Jahren an der Bayerischen Staatsoper, wo ihre internationale Karriere ihren Ausgang nahm. Sie gastierte an allen führenden Opernhäusern der Welt und sang die großen Partien ihres Faches. Auch ihre zahlreichen Schallplatteneinspielungen geben Zeugnis von ihrer großen Bedeutung als Sängerin. Ein Meilenstein war die Einspielung der drei großen Schubert-Zyklen, die sie als bisher einzige Frau aufgenommen hat. 1970 wurde sie zur Bayerischen Kammersängerin ernannt.

Seit 1995 widmet sich Fassbaender ganz der Regie. Über 90 Inszenierungen hat sie inzwischen im In- und Ausland auf die Bühne gebracht. Von 1999 bis 2012 war sie Intendantin der Tiroler Landestheater und Orchester GmbH Innsbruck. Der sängerische Nachwuchs liegt ihr zudem besonders am Herzen: Sie war Jurorin zahlreicher internationaler Gesangswettbewerbe und ist Künstlerische Leiterin des „Eppaner Lied Sommers“, der sich zu einer international beachteten Adresse für Liedgesang und Meisterkurse entwickelt hat. Seit 2017 ist sie Schirmherrin der Internationalen Meistersinger Akademie in Neumarkt in der Oberpfalz.

2012 gab sie mit „Don Pasquale“ am Staatstheater am Gärtnerplatz ihr München-Debüt als Regisseurin und inszenierte hier darüber hinaus „La Cenerentola“ und „Der junge Lord“.

Im Rahmen der Meisterklasse des Opernstudios erarbeitete sie mit den jungen Künstlerinnen und Künstlern anspruchsvolle Lieder und Arien. Den Anfang machte Tamara Obermayr (Mezzosopran), mit der Fassbaender die Arie der Dorabella „Smanie implacabili“ aus Mozarts Oper „Così fan tutte“ einstudierte.

Dabei arbeitete Fassbaender mit Tamara Obermayr sowohl am Tempo als auch am Ausdruck. Sie riet der jungen Künstlerin an einigen Stellen, sich den „Ton zu holen“: Er solle nicht vor ihr stehen, sondern auf sie zukommen. Als zweites Stück widmete sie sich mit ihr dem Lied „Das irdische Leben“ von Gustav Mahler. Auch hier schlug sie vor, einzelne Betonungen anzupassen, und tauschte sich dabei auch mit Hibiki Sagae aus, die als weiteres Mitglied des Opernstudios am Piano die Künstlerinnen und Künstler begleitete.

So entstand eine sehr lebhafte und nachvollziehbare Kommunikation, gespickt mit kleinen Gesangseinlagen von Brigitte Fassbaender. Auf sehr sympathische Weise gab sie ihre große Erfahrung an die jungen Künstlerinnen und Künstler weiter.

Den finnischen Bassbariton Juho Stén bat sie, mit ihr ein Lied aus seiner Heimat mit dem Titel „Nacht“ in finnischer Sprache zu erarbeiten. Das war insofern besonders reizvoll, als Frau Fassbaender das Lied weder kannte noch den Text verstand. Im Austausch mit Stén, der den Hintergrund erläuterte, konnte sie dennoch auch hier an mehreren Stellen hilfreiche Anregungen geben. Sie äußerte zudem ihre Überzeugung, dass Stén auf dem Weg vom Bassbariton zum Bass sei — eine Entwicklung, die er im Laufe der Zeit selbst entdecken werde. Zuvor hatte Stén mit ihr das Auftrittslied des Sarastro „In diesen heil’gen Hallen“ aus Mozarts „Die Zauberflöte“ erarbeitet.

Mit Yoojin Lee (Sopran) setzte Fassbaender ihre am Vormittag begonnene Arbeit an der Contessa-Arie „Porgi amor“ aus „Le nozze di Figaro“ von Wolfgang Amadeus Mozart fort. Auch hier empfahl sie an verschiedenen Stellen, Betonung und Dynamik anzupassen, und erklärte dies aus dem Zusammenhang der Handlung heraus. Es folgten zwei Lieder von Franz Schubert und Clara Schumann.

Im letzten Teil erarbeitete Fassbaender mit Thomas McGowan (Bariton) Franz Schuberts „Erlkönig“. Auch hier ging es, ausgehend von Hintergrund und Stimmung des Liedes, vor allem um Betonung und Dynamik. Als weiteres Lied wurde „Allerseelen“ von Richard Strauss erarbeitet. Frau Fassbaender empfahl Thomas McGowan außerdem, sich die Lieder aus Opus 15 von Strauss anzusehen, die sie für ihn als besonders geeignet ansah.

Schlussapplaus nach der öffentlichen Meisterklasse
Schlussapplaus nach der öffentlichen Meisterklasse: Juho Stén, Tamara Obermayr, Thomas McGowan und Yoojin Lee aus dem Opernstudio, Stephen Delaney (Künstlerische Leitung) sowie Kammersängerin Brigitte Fassbaender.

Am Ende der Veranstaltung erhielt Brigitte Fassbaender als Dank Blumen und ein Geschenk. Staatsintendant Josef E. Köpplinger dankte ihr bei der Verabschiedung nochmals herzlich für ihre Unterstützung. Zugleich wies er am Ende dieses ungewöhnlichen Blicks hinter die Kulissen und auf die unterschiedlichen Künstlerpersönlichkeiten des aktuellen Opernstudios auf die in der nächsten Spielzeit anstehenden weiteren Meisterklassen mit KS Thomas Hampson und Helmut Deutsch hin.

Pressekonferenz und Spielzeitpräsentation im Staatstheater am Gärtnerplatz – Programmheft mit neuen digitalen Inhalten

von Peter Breun-Goerke

Am 15. April 2026 stellte das Staatstheater am Gärtnerplatz in einer Pressekonferenz das Programm der Saison 2026/2027 vor. Staatsintendant Josef E. Köpplinger, Chefdirigent Rubén Dubrovsky und Ballettdirektor Karl Alfred Schreiner präsentierten neun Neuproduktionen aus den Bereichen Oper, Operette, Musical und Ballett.

Als besonderes Highlight wurde für den 15. Mai 2027 der erste Münchner Opernball im Gärtnerplatztheater angekündigt – ein Fest für Musik, Kunst und Leben unter dem Motto „Vive la Belle Époque!“. Am Abend desselben Tages wurde das neue Programm im Rahmen der Spielzeitpräsentation dann auch dem Publikum vorgestellt, das in großer Zahl erschienen war.

Zu Beginn der Pressekonferenz verwies Köpplinger auf die sehr erfolgreiche laufende Saison: Das Theater erreiche eine Auslastung von nahezu 98 Prozent, auch die Zahl der Abonnements sei deutlich gestiegen. Besonders erfreulich sei zudem, dass immer mehr junge Besucherinnen und Besucher den Weg ins Gärtnerplatztheater fänden.

Köpplinger betonte, Theater zu machen habe immer auch mit Verantwortung zu tun. Im Musiktheater gehe es darum, Stimmen und deren Entwicklung zu begleiten. In diesem Zusammenhang kündigte er auch die Verpflichtung von drei neuen Tenören an und dankte dem Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst für die große Unterstützung des Hauses.

Die Vorstellung der Neuproduktionen begann mit einem Hinweis auf die Oper „Die Reise nach Reims“ von Gioachino Rossini. Diese Produktion wird der Freundeskreis Gärtnerplatztheater e.V. in der kommenden Spielzeit unterstützen. Sie wird nahezu ausschließlich mit Mitgliedern des Ensembles besetzt sein und eröffnet am 16. Oktober 2026 als erste Premiere die neue Saison. Köpplinger dankte dem Freundeskreis ausdrücklich für die Zusammenarbeit und ebenso für die Unterstützung des Opernstudios.

Josef E. Köpplinger präsentiert die Neuproduktion Die Reise nach Reims
Staatsintendant Josef E. Köpplinger präsentiert die Neuproduktion „Die Reise nach Reims“, die vom Freundeskreis unterstützt wird. Bei der Pressekonferenz wurde er begleitet durch Ballettdirektor Karl Alfred Schreiner und Chefdirigent Rubén Dubrovsky.

Im Bereich Oper folgen außerdem „Romeo und Julia“ von Charles Gounod, „Lakmé“ von Léo Delibes und „Ariadne auf Naxos“ von Richard Strauss. In der Operette kommt „Die Landstreicher“ von Carl Michael Ziehrer neu auf den Spielplan. Im Musicalbereich wird „Als Hitler das Rosa Kaninchen stahl“ von Thomas Zaufke nach dem Roman von Judith Kerr uraufgeführt. Außerdem präsentiert das Gärtnerplatztheater mit „Finding Neverland“, dessen Musik von Gary Barlow und Eliot Kennedy stammt, eine europäische Erstaufführung.

Abgerundet werden die Neuproduktionen durch zwei Ballettpremieren: „Far West“, eine Uraufführung des Künstlerteams KOR’SIA zu bekannten Western-Melodien, sowie „Buenos Aires 1940“ in der Choreografie von Karl Alfred Schreiner.

Für Mai 2027 kündigte Köpplinger den ersten Münchner Opernball in einem Opernhaus an. Die Schirmherrschaft übernehmen S.K.H. Herzog Franz von Bayern und KS Brigitte Fassbaender. Begleitet wird der Ball von einem breit angelegten Rahmenprogramm, zu dem unter anderem eine öffentliche Generalprobe, eine Hommage an Ottfried Fischer und ein sogenanntes Hangover-Konzert gehören.

In der Spielzeitpräsentation am Abend bedankte sich Köpplinger beim Publikum für das anhaltend große Interesse und die Unterstützung des Hauses und seiner Künstlerinnen und Künstler. Man wolle „Unterhaltung mit Haltung“ präsentieren. Als Beispiel für die gute Teamarbeit im Haus erinnerte er an die Premiere von „Waldmeister“ im Jahr 2025, bei der die Bühne zeitweise unter Wasser stand.

Das Publikum erhielt zudem musikalische und tänzerische Kostproben, darunter einen Ausschnitt aus dem Rockballett „Rock to Heaven“, das am 24. April 2026 Premiere feiert.

Für den 19. September 2026 kündigte Köpplinger einen Tag der offenen Tür an. Außerdem wird es aufgrund des großen Erfolges und der anhaltenden Nachfrage am 3. Dezember 2026 erneut ein Christmas-Singalong geben. Köpplinger schloss mit einem Appell an die Offenheit von Publikum und Künstlern für Neues.

Zum Abschluss der Spielzeitpräsentation gaben Matteo Ivan Rašić und KS Jennifer O’Loughlin eine Kostprobe aus der Oper „La traviata“, die am 22. Mai 2026 Premiere haben wird. Der Abend endete mit großem Applaus.

Die Besucherinnen und Besucher konnten anschließend bereits das neue Programmheft für die Spielzeit 2026/2027 mitnehmen. Über im Heft abgedruckte QR-Codes sind zu vielen Produktionen digitale Inhalte abrufbar: Unter dem Motto „Play & Talk“ geben Solistinnen und Solisten persönliche Videobotschaften.

Das digitale Spielzeitheft ist auch online abrufbar. Dort ist ebenfalls der Freundeskreis Gärtnerplatztheater e.V. vertreten. Es lohnt sich also, nicht nur im Heft zu blättern, sondern auch digital hineinzuschauen.

Digitales Spielzeitheft öffnen Direkt zum Freundeskreis

La Cage aux Folles – gelungene Wiederaufnahme im Gärtnerplatztheater

(von Peter Breun-Goerke)

Am 10.12. fand die Spielzeitpremiere und Wiederaufnahme von La Cage aux Folles im Gärtnerplatztheater statt. Der Freundeskreis hatte zu dieser Produktion in der letzten Spielzeit ein Event im Salon Pitzelsberger veranstaltet, das auf großes Interesse gestoßen war.

Die Spielzeitpremiere fand vor nahezu ausverkauftem Haus statt. Dass die Kritik dem Regisseur der Produktion, Staatsintendant Joseph Köpplinger, in der vergangenen Spielzeit vorgeworfen hatte, seine Inszenierung habe an Aktualität und politischer Schärfe eingebüßt und wirke manchmal etwas museal und zu sicher, tat dem Vergnügen der Zuschauer keinerlei Abbruch. Im Gegenteil: Die Spielfreude der Akteure übertrug sich auf das Publikum. Vielleicht macht gerade die Tatsache, dass man bei diesem „Klassiker“ nicht den Versuch eines modernen Remakes unternommen hat, den Charme der Aufführung aus. Zahlreiche liebevolle und humorvolle Details wurden vom Publikum hörbar mit Freude aufgenommen.

Armin Kahl als Albin konnte mit feinen Nuancen in der Rolle der reifen Diva überzeugen. Auch Daniel Prohaska, der seinen langjährigen Lebenspartner Georges spielt, überzeugte auf ganzer Linie. Kahl und Prohaska überzeugen als Paar und bringen das Thema, Verantwortung für einen Lebenspartner – gleich welchen Geschlechts – zu übernehmen, glaubhaft auf die Bühne des Gärtnerplatztheaters. Ungeachtet der vielen witzigen Dialoge und Details mahnt das Stück in seinen durchaus ernsten Momenten zum Respekt gegenüber seinen Mitmenschen – ein Thema, das an Aktualität nichts verloren hat.

Paul Clementi als Sohn Jean-Michel, aber auch Christian Schleinzer als „Zofe“ Jacob, konnten das Publikum ebenfalls überzeugen, das am Ende der Vorstellung mit minutenlangen stehenden Ovationen das gesamte Ensemble feierte. Eine insgesamt gelungene Wiederaufnahme.

Applaus zur Spielzeitpremiere 2025/26 von La Cage aux Folles
Ensemble von La Cage aux Folles

Das Stück steht noch mit einigen Terminen von Dezember bis Februar auf dem Spielplan.

Theater hautnah - Meisterklasse mit Kammersängerin Dame Ann Murray

Wer einmal Theater hautnah erleben will, dem kann man den Besuch einer Meisterklasse nur empfehlen. Am 12.11. fand die Meisterklasse des Opernstudios vor Publikum im Orchesterprobensaal des Gärtnerplatztheaters statt. Die irische Mezzosopranistin Dame Ann Murray zählt zu den renommiertesten Händel-, Mozart- und Strauss-Interpretinnen weltweit und war in fast allen bedeutenden Opernhäusern und den bedeutendsten Konzertsälen zu Gast. Besonders eng verbunden war sie dem Royal Opera House Covent Garden, der English National Opera sowie der Bayerischen Staatsoper und den Salzburger Festspielen.

Dame Ann Murray und Stephen Delany
Dame Ann Murray und Stephen Delany

Murrays Aufgabe war es, die jungen Talente des Opernstudios zu fördern und zu fordern. Das war auch für die Zuschauer sehr interessant. Ann Murray erklärte den Künstlern wortreich, freundlich und verständlich, was und warum Änderungen in der Performance erforderlich waren. Sie lieferte dazu jeweils eine für das Publikum gut nachvollziehbare Begründung aus dem Stück, der Handlung und der konkreten Situation der Szene. Nach der Stunde gab es dann ein kleines Konzert des Opernstudios, bei dem die Sänger zwei Stücke vorstellten, an denen sie zuvor ohne Publikum mit Ann Murray gearbeitet hatten. Es war schön zu beobachten, wie die Trainerin bei der Vorstellung mit ihren Talenten mitfieberte.

Die Mitglieder des Opernstudios
Die Mitglieder des Opernstudios

Insgesamt ein sehr gelungener Abend.

findet Peter Breun-Goerke